Mysteriöse Messergebnisse
haben manchmal eine Ursache, die man nur schwer erkennt, weil man seinen Kabeln blindlings vertraut. Was soll auch schon daran sein ?!?
So lange hohe Stromstärken bestehen ( ab einigen mA), ist dieses Vetrauen auch meistens gerechtfertigt. Wenn aber Messgeräte mit hohem Eingangswiderstand beteiligt sind, kann ein besonders fieses Problem auftreten: Bei sehr geringen Stromstärken können anscheinend "harmlose" Kabel beträchtliche Übergangswiderstände aufweisen. Wenn Sie z.B. beobachten, dass ein Digitalmultimeter eine viel zu geringe Spannung anzeigt, die noch dazu schwankt und empfindlich auf die Berührung der Messkabel reagiert, dann weist zumindest eines Ihrer Messkabel einen Übergangswiderstand von vielen MegaOhm auf. Der höchste bisher von mir entdeckte Übergangswiderstand im Kabelbestand einer Schule lag bei etwa 100 MegaOhm! Doch beachten Sie: Schließen Sie ein Lämpchen an, ist alles in Ordnung, weil die Stronstärke hoch genug ist.
Dieses Problem hat noch einen weiteren fiesen Aspekt: Es taucht nicht nur bei billigen Experimentierstrippen auf, sondern auch bei den teueren Kabeln für den Schulbedarf. Ich habe vor einigen Jahren miterlebt, wie fast der gesamte Kabelbestand einer Schule erneuert werden musste, weil sonst viele Spannungsmesser nicht benutzbar gewesen werden. Der Ärger hat jedoch kein Ende: Die neuen (wiederum sehr teueren Kabel) zeigen zunehmend das gleiche Problem.
Bezug zu den Experimenten mit dem QUICK-MV-1:
Bei dem extrem hohen Eingangswiderstand des QUICK-MV-1 machen sich ein paar MegaOhm in den Zuleitungskabeln kaum bemerkbar. Ein ernsthaftes Ärgernis kann bei den Induktionsversuchen deshalb entstehen, weil es zum Schutz des nachgeschalteten Zeigerinstrumentes sinnvoll ist, den Messeingang des QUICK-MV-1 auf "I" zu stellen. Dadurch ergibt sich im Vergleich zur "U"-Messung keine Messverfälschung, da der Innenwiderstand der Leiterschleife ja sehr gering ist. Das gilt aber nur, wenn die Messkabel in Ordnung sind. Bei einem mangelhaften Kabel-Stecker-Übergang kann irgend ein Anteil (zwischen 0,1 und 99,9%) der Messspannung im Stecker hängenbleiben! Da es hier auch noch um bewegte Kabel geht, können völlig "verrückte" Messwerte die Folge sein.
Abhilfe:
Dieses Problem habe ich bisher stets nur bei gequetschten Kabeln, nie bei gelöteten beobachtet. Löten Sie das Kabel also an, wenn das geht, wenn nicht (vergossene Stecker...) hilft Abzwicken und neuen Stecker anlöten.